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BeitragVerfasst: 03.11.2009 - 02:35 
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Gehupft wie Gesprungen
Gehupft wie Gesprungen

Registriert: 15.08.2005 - 06:39
Beiträge: 1577
Junge, hormongeplagte Menschen klagen gerne wenn sie keine Freundin haben. Nichts trat mir in meiner einsamen Jugend jedoch so zwischen die Beine wie "Questions of Time". Das ist eine Platte die man händchenhaltend hören muss! Und man danke der modernen Technik dafür, dass man diese Musik unter freiem Himmel genießen kann.

Maximilian Landwehrjohann und Philipp Tünnerhof haben dieses Debütalbum ganz alleine erschaffen und produziert. Im Gegensatz zu allen anderen Bands die ich reviewte, bleiben "The last few leaves" viel konsequenter innerhalb der Grenzen eines Genres - des seichten Singer-Songwriter Pops mit intellektuellem Touch. Brav würde man sie drum voreilig nennen wollen, aber eigentlich ist es die mutigste Band, die ich bisher in der lokalen Szene agieren sah. Denn es gehört schon was dazu ohne Schlagzeug und Böse-Jungs-Getue in einer Kleinstadt Musik zu machen, wo Headbangen und Wall of Dead sportliche Betätigung Nummer 1 sind.

Auf instrumentaler Ebene ist die Musik schlicht und unkompliziert. Die Melodien sind locker und eingängig. Temperamentvolle Hörer könnten gelangweilt werden, doch keiner wird abstreiten dass Exaktheit und Gefühligkeit den Spielstil positiv hervorheben.

Über die Texte bin ich gespalten. Intelligenz und gute Absichten der Musiker spiegeln sich deutlich in den Lyrics wieder, aber man scheut nicht davor zurück Metaphern und Formulierungen zu verwenden, die nicht nur bekannt sind, sondern auch als kitchig empfunden werden können. Irgendwie trägt aber auch genau dies dazu bei, dass ich "The last few leaves" als mutig erfahre. Sie hatten den Mut über Liebe, Freundschaft und Happynes zu singen in einem Milieu und zu einer Zeit in der sie dafür leicht in irgendein Schwitzkasten hätten abenden können. Hut ab dafür!

Persönliche Favoriten sind Piece of the Time und Make it Back. Die Stücke haben Ohrwurmeffekt ohne zu nerven und beruhigen ohne zu langweilen. Dies ist für mich eine seltene Kombination. Mein Gesamturteil: Eigentlich weist das gesamte Kunstwerk interessante Gegensätze auf. Es ist brav und mutig, getragen und lebensfroh, irgendwo kitchig und trotzdem natürlich und authentisch klingend. Empfehlen kann ich es trotzdem nur einem begrenzten Publikum. Leute mit Hummeln im Hintern, derer es in unseren hektischen, modernen Zeiten immer mehr werden, dürften hieran wenig Freude haben. Gefragt sind Geduld, Kerzen und eine bessere Hälfte ;).

_________________
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